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Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Im März 2023 hat sich eine Arbeitsgruppe Iglau zusammengefunden, die gemeinsam alle Matriken der königlichen Stadt Iglau (ab 1599) in Mähren erfassen will.

Hier einige kurze Infos über Iglau:

 

Die Lage
Die Stadt Iglau (tsch. Jihlava, lat. Iglavia) liegt im südlichen Bereich der Böhmisch-Mährischen Höhe, einer großteils bewaldeten Hügelkette, die die beiden Länder Böhmen und Mähren trennt.
Die Stadt wird nördlich vom Flüßchen “Igel” umflossen und östlich vom Bach “Kleine Igel”, der nordöstlich der Stadt in die Igel mündet.

 

Gewerbe in Iglau
Ursprünglich die älteste Bergstadt in den Böhmischen Ländern (hauptsächlich Silber), nahm mit dem Ende des 14. Jahrhundert der Bergsegen (die Erzförderung) ab (endgültige Einstellung 1779) und Iglau wandelte sich zu einer bedeutenden Tuchmacher- und Handelsstadt.
1349 wurde die erste Tuchmacherzunft gegründet, 1361 die Bäckerzunft, 1368 die Krämerzunft, 1385 die Messerschmiedzunft, 1386 die Gerberzunft, 1387 die Fleischhackerzunft, usw.

In den 1540er-Jahren gründete der Prager Papiermacher Johann Frey in Altenberg eine Papierfabrik, die rund 400 Jahre lang, bis 1846, in Betrieb war.
Das war auch die Voraussetzung für die Gründung der ersten Druckerei durch den Iglauer Pfarrer Dr. Kaspar Stolhagius im Jahr 1590, die aber bereits in der Mitte der 1590er Jahre wieder geschlossen wurde.
In den folgenden Jahrhunderten gab es weitere Druckerein in Iglau.

Ab dem 15. Jahrhundert waren mehrere Tausend Menschen (Meister und ihre Familien, Tuchknappen, Lehrlinge usw.) in der Stadt, den drei Vorstädten (Frauenvorstadt, Pirnitzer Vorstadt, Spittel-Vorstadt) und deren Umgebung im Tuchgewerbe beschäftigt. Besonders "Kaiserin" Maria Theresia förderte dieses Gewerbe und lud niederländische Tuchmacher nach Iglau ein um die Qualität der Tuchproduktion zu verbessern. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war Iglau der zweitgrößte Tuchproduzent in der gesamten österreichischen Monarchie (allen habsburgisch regierten Ländern).
Daneben war auch die Bierbrauerei ein wichtiger Wirtschaftszweig und es waren auch fast alle anderen Gewerbe vertreten.
Berühmt waren beispielsweise auch die Iglauer Hutmacher, Mälzer und Goldschmiede.
Um 1550 exportierten die örtlichen Hutmacher jährlich 105.000 Stücke nach ganz Europa.
Ende des 16. Jahrhunderts zählte die Iglauer Tuchmacherzunft rund 600 Meister.

Im 30jährigen Krieg (1618 - 1648) wurde Iglau mehrmals erobert, die Einwohnerzahl und die Gewerbeproduktion brachen dramatisch ein.
Erst um das Jahr 1700 herum erholte sich die Stadt wieder und es gab wieder rund 500 Tuchmacher in Iglau, die ein Viertel der gesamten mährischen Tuchherstellung besorgten.

Ab 1751 war Iglau Garnisonsstadt, die jahrhundertealte Bürgerwehr verlor an Bedeutung.

In den 1770er Jahren wurde die dritte Iglauer Tuchmacherzunft gegründet. Das Gewerbe blühte, es gab in der Stadt und den Vorstädten tausend Handwerker, die in 30 Zünften zusammengeschlossen waren und 66 verschiedene Handwerksberufe ausübten. Dagegen wurde der Silberbergbau 1779 endgültig beendet.

Mit der Mechanisierung ab dem Biedermeier verlor die handwerkliche Tuchproduktion an Bedeutung. Nach mehreren Missernten und hoher Arbeitslosigkeit kam es 1851 zur Gründung einer staatlichen Tabakfabrik, in der 1862 2.300 Frauen und 70 Männer arbeiteten.
Ab etwa 1850 entwickelte sich Iglau zu einem wichtigen Industriestandort mit Tuchfabriken, Spinnereien, Färbereien, Zigarrenherstellung, Holz- und Getreidehandel.
1871 erfolgte der Anschluss an die Eisenbahnstrecke Prag-Wien.

 

Einiges zur Geschichte
Im Jahr 1258 wurde das städtische Spital (Altersheim) gegründet.

Von 1275 - 1300 existierte in Iglau eine Münzstätte, in der silberne Pfennige (Denare) und einseitige Brakteaten geprägt worden sind. 1300 wurde die Münzstätte nach Kuttenberg verlegt.
Im 14. und 15. Jahrhundert gab es wieder Münzprägung, u.a. 'Prager Groschen'.

In den 1280er-Jahren war Iglau, nach Prag, die zweitgrößte Stadt der böhmischen Länder.
Am Beginn des 14. Jahrhunderts wurden die Straßen und Plätze gepflastert.

Iglau war auch immer ein Schulzentrum.
Schon in den 1370er-Jahren gab es bei St. Jakob eine Pfarrschule.
Im Jahr 1561 wurde die Lateinschule zu einem höheren, sogenannten lateinischen evangelischen Gymnasium aufgewertet, deren Absolventen zum Universitätsstudium berechtigt waren. Es war das erste in Mähren.
Ab 1882 gab es auch ein tschechischsprachiges Gymnasium.
1561 gab es in Iglau neben dem Gymnasium auch zwei deutsche Knabenschulen, eine deutsche Mädchenschule und eine tschechische Schule.
1571 wurde eine Meistersinger - Bruderschaft gegründet, die 1621, in den Anfangsjahren des 30jährigen Krieges, aufgelöst wurde.

In der Mitte des 16. Jahrhunderts beschäftigte die Stadt einen deutschen und einen tschechischen Schreiber.
Denn mit den anderen deutschsprachigen königlichen Städten in Mähren (Olmütz, Brünn, Znaim usw.) wurde auf Deutsch korrespondiert, mit den Landständen in Olmütz auf Tschechisch.

Im Jahr 1563, also in der evangelischen Zeit, wurde in Iglau sowohl auf Deutsch als auch auf Tschechisch gepredigt. Im Jahr 1618 ergab die Kommunion-Statistik in allen Kirchen in Iglau, den deutschen wie den tschechischen, 94% Deutsche und 6% Tschechen.     

Um das Jahr 1600 überholte Iglau Brünn bevölkerungsmäßig und war, nach der Landeshauptstadt Olmütz, die zweitgrößte Stadt Mährens. Es gab es 750 – 800 Häuser, davon 560 innerhalb der Stadtmauern und 190 - 200 in den Vorstädten.

Nach der Schlacht am Weißen Berg 1620 wurde Iglau, das bereits in den 1520er-Jahren zum lutherischen Glauben übergegangen war, nach rund 100 Jahren zwangs-rekatholisiert. 1623 wurde das evangelische Gymnasium aufgelöst, 1626 ein Jesuitengymnasium eröffnet.

 

Iglau Rathaus      Das Rathaus

 

Da Iglau an der Straßenverbindung zwischen Wien und Prag liegt, war und ist sie auch eine bedeutende Station zwischen diesen beiden Zentren.
Iglau wurde ca. im Jahr 1250 von König Wenzel I. Přemysl zur königlichen Stadt erhoben, d.h. sie besaß volle Selbstverwaltung durch einen gewählten Rat und Bürgermeister (Stadtrichter).
Freilich waren bis 1848 nur die Bürger wahlberechtigt.
Die königliche Stadt Iglau war vom 14. Jahrhundert bis 1862 Hauptstadt des “Iglauer Kreises”, eines der sechs mährischen Kreise.
Seit 1848 ist Iglau Bezirkshauptstadt.

 

Die Iglauer Sprachinsel
Iglau war bis 1945 auch das Zentrum einer großen deutschen Sprachinsel von (einschließlich der Stadt selbst) 79 Ortschaften mit ca. 390 qkm und 1910: ca. 37.000 deutschen Bewohnern, wobei die Märkte Stecken (tsch. Štoky) und Stannern (tsch. Stonařov) die bedeutendsten waren.

- Altenberg (tsch. Staré Hory)
- Antoniental (tsch. Antoninův Důl)
- Bergersdorf (tsch. Kamenná)
- Birnbaumhof (tsch. Hruškové Dvory)
- Blumendorf (tsch. Květnov)
- Bosowitz (tsch. Pozovice)
- Damling (tsch. Damle)
- Deutsch Gießhübel (tsch. Vyskytná nad Jihlavou) 
- Deutsch Schützendorf (tsch. Střelecká)
- Dobrenz (tsch. Dobronín)
- Dürre (tsch. Suchá)
- Ebersdorf (tsch. Hybrálec)
- Falkenau (tsch. Sokoličko)
- Frauental (tsch. Pohled)
- Friedenau (tsch. Mírovka)
- Friedrichsdorf (tsch. Bedřichov)
- Fußdorf (tsch. Rantiřov)
- Gossau (tsch. Kosov)
- Handelshof (tsch. Handlovy Dvory)
- Heinzendorf (tsch. Henčov)
- Helenental (tsch. Helenín)
- Hilbersdorf (tsch. Heroltice)
- Hochberg (tsch. Na Vysočině)
- Hochdorf (tsch. Vysoká)
- Hochtann (tsch. Vysoká)
- Höfen (tsch. Dvorce)
- Hossau (tsch. Hosov)
- Iglau (tsch. Jihlava)
- Illemnik (tsch. Jilemník)
- Irschings (tsch. Jiřín)
- Jesau (tsch. Ježená)
- Klarbrunn (tsch. Čistá)
- Klein Beranau (tsch. Malý Beranov)
- Klein Studnitz (tsch. Malý Studnice)
- Langendorf (tsch. Dlouhá Ves)
- Lerchenhof (tsch. Skřivánek)
- Libinsdorf (tsch. Karlov)
- Lutschen (tsch. Loučky)
- Misching (tsch. Měšín)
- Mitteldorf (tsch. Prostředkovice)
- Muckenbrunn (tsch. Studénka)
- Neuhof (tsch. Nové Dvory)
- Neustift (tsch. Cerekvíčka)
- Obergoß (tsch. Horní Kosov)
- Otten (tsch. Otín)
- Pattersdorf (tsch. Bartoušov)
- Petrowitz (tsch. Petrovice)
- Pfaffendorf (tsch. Kněžská)
- Pfauendorf (tsch. Pávov)
- Philippsdorf (tsch. Filipovské Chaloupky)
- Pistau (tsch. Pistov)
- Poppitz (tsch. Popice)
- Porenz (tsch. Beranovec)
- Preitenhof (tsch. Plandry)
- Ranzern (tsch. Rančířov)
- Rauneck (tsch. Rounek)
- Roschitz (tsch. Rošice)
- Rotenkreuz (tsch. Červený Kříž)
- Sachsental (tsch. Sasov)
- Schachersdorf (tsch. Šachotín)
- Schlappenz (tsch. Šlapánov)
- Schrittenz (tsch. Střítež)
- Seelenz (tsch. Ždírec)
- Segelberg (tsch. Šipnov)
- Sehrlenz (tsch. Ždírec)
- Simmersdorf (tsch. Smrčná)
- Smilau (tsch. Smilov)
- Sollowitz (tsch. Salavice)
- Stannern (tsch. Stonářov)
- Stecken (tsch. Štoky)
- Steindorf (tsch. Hubenov)
- Unter Wesenz (tsch. Dolní Věžnice)
- Vestenhof (Vöstenhof) (tsch. Kostelecký Dvůr)
- Waldhof (tsch. Zborná)
- Weißenstein (tsch. Bílý Kámen)
- Wilenz (tsch. Vilanec)
- Wilhelmsdorf (tsch. Vilémovské Chaloupky)
- Wolframs (tsch. Kostelec)
- Zeisau (tsch. Čižov)


Hier die Ortsnamen, geordnet nach den tschechischen Bezeichnungen.
http://www.iglau.de/Ortsnamen.pdf

 

Zur Sprache in Iglau
Iglau war seit der Gründung durch deutsche Bergleute aus dem österreichischen Donauraum, den (heute) österreichischen Alpengebieten, Sachsen und Baiern im Hochmittelalter eine ganz überwiegend deutschsprachige Stadt.
Die erste schriftliche Erwähnung, in einer Urkunde der Prämonstratenserabtei Seelau (tsch. Želiv), stammt aus dem Jahr 1233.
Böhmenkönig Wenzel I. Přemysl (tschechisch Václav I. Jednooký, um 1205 - 1253) erließ im Jahr 1249 für Iglau die Stadt- und Bergrechtsordnung "Jura civium et montanorum", die älteste Bergordnung in den böhmischen Ländern und Vorbild für alle anderen Berg(bau)orte in Böhmen, Mähren und Sachsen.

Bei der österreichischen Volkszählung von 1880 gaben 83% der Iglauer Bevölkerung Deutsch als Umgangssprache an.

Noch bei der letzten österreichischen Volkszählung von 1910 gaben 20.523 (79,7%) Bewohner deutsch, 5.212 (20,2%) tschechisch und 11 (0,1%) andere als Umgangssprache an. Die Zahlen sind ohne Militär (388/885/9) und Staatsfremde (168 + 1 Militär).
Gesprochen wurde eine Mischung aus Ostmittelbairisch (wie in Nieder- und Oberösterreich), Nordbairisch und Obersächsisch.

1918, nach dem Waffenstillstand am Ende des 1. Weltkriegs, wurde Iglau von tschechischen Truppen besetzt.
Die junge Republik Deutschösterreich beanspruchte, mit Hinweis auf die mehrheitlich deutsche Bevölkerung, den Verbleib von Stadt und Sprachinsel bei Österreich. (3. November 1918).
Die Siegermächte schlugen Iglau aber - gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit - der ersten Tschechoslowakischen Republik zu, die rasch mit Tschechisierungsmaßnahmen begann. Deutschösterreichische Staats- und Landesbeamte wurden abgesetzt oder anderswohin versetzt, Deutschsprachige ohne Heimatrecht in Iglau aus der CSR ausgewiesen, weitere tschechische Schulen eröffnet und viele deutsche Schulen geschlossen oder tschechisiert.

Trotzdem ergab auch die erste Volkszählung in der CSR von 1921 noch eine deutsche Mehrheit von 50,2% (12.877 Deutsche gegenüber 11.581 Tschechen, 488 Juden und 688 Anderen, Zählung nach Volkszugehörigkeit).
Daraufhin wurde 1923 die benachbarten Siedlung Holzmühle, die eine starke tschechische Mehrheit aufwies, eingemeindet, während deutsche Nachbarorte nicht eingemeindet wurden und damit gab es erstmals eine tschechische Bevölkerungsmehrheit in Iglau.

1923 wurde der letzte gewählte deutsche Bürgermeister (der Kaufmann Othmar Oberrenner, 1871-1936, Partei: Deutschen Demokraten) von den tschechoslowakischen Behörden abgesetzt und durch einen (nicht gewählten) tschechischen Regierungskommissar ersetzt.
Nun wurden alle Straßenschilder auf Tschechisch umgestellt, auch deutsche städtische Beamte abgesetzt usw..
Dadurch sank der deutsche Bevölkerungsanteil kontinuierlich.

1940 ergab eine Zählung nur mehr 12.477 Deutsche (40,7%), 17.727 Tschechen (57,9%) und 435 Juden (1,4%, als Nationalität, ein Teil der Gemeinde war bereits ins Ausland geflohen) in Iglau.
Von 1939-1945 war Iglau Teil des zweisprachigen "Protektorats Böhmen und Mähren", das neu eingerichtete Oberlandratsamt versuchte aber eine zwangsweise Germanisierung durchzusetzen. Die jüdische Gemeinde wurde enteignet, vertrieben oder in den KZs ermordet.

1945, nach der Besetzung durch die siegreiche Rote Armee der UdSSR am 9. Mai, begingen 176 deutsche Iglauer Selbstmord.
Am 9. Juni (300 Tote), 21. Juni (23 Kindergräber in Waldkirchen), 25. Juni, 27. Juni und 30. Juni wurden über 2000 deutsche Iglauer (Alte, Frauen, Kinder) in Gewaltmärschen (Todesmärschen) nach Niederösterreich vertrieben. Die restlichen Deutschen der Sprachinsel wurden in Zwangsarbeitslagern konzentriert und im Jahr 1946 8024 von ihnen in 15 Zügen nach Deutschland deportiert, davon 12 Transporte in die amerikanische (später BRD) und 3 in die sowjetische Besatzungszone (später DDR). Sie durften jeweils maximal 30 kg Handgepäck mitnehmen, Antifaschisten 70 kg; aber weder Geld, noch Schmuck, Gold und Silber, keine Wertsachen, Sparkassenbücher, Wertpapiere, Versicherungspolizzen, usw.
Alles andere Eigentum (Häuser, Betriebe, Fabriken, Bauernhöfe usw.) wurde durch die "Benes-Dekrete" ersatzlos enteignet.
Von 1945 – 1947 wurden 736 Iglauer (432 Deutsche und 302 Tschechen) vor dem Außerordentlichen Volksgericht in Iglau wegen Verletzung der nationalen Ehre, Kollaboration und Kriegsverbrechen angeklagt, viele davon hingerichtet.
Mehr als 700 Jahre deutsche Geschichte in Iglau waren zu Ende.

Nur wenige Deutsche (Ehepartner von Tschechen, Spezialisten, Kommunisten und Sozialdemokraten) durften bleiben. Letztere gingen später meistens in die DDR, durften aber ihr Eigentum mitnehmen. Die kleine verbleibende Gruppe blieb von 1945-1953 staatenlos und erhielt dann die CSR-Staatsbürgerschaft zurück.
Erst nach dem "Prager Frühling" (1968) durfte 1969 mit dem "Kulturverband der Bürger deutscher Nationalität der CSSR" (tsch. Kulturní sdružení občanů německé národnosti ČSSR) erstmals wieder ein deutscher Verein gegründet werden. 
Nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Diktatur 1989 wurde ein "Iglauer Regionalkulturverband" für die verbliebene deutsche Restbevölkerung gegründet, der auch eine eigene Vereinsbibliothek betreibt. (Ansprechperson: Bc. Mojmír Kolář, Musilova 31, 586 01 Jihlava, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel.: 00420 606 664 083

).
Bei der Volkszählung 2011 gaben 71 (0,14%) von 50.075 Einwohnern Iglaus an zur deutschen Minderheit zu gehören.

Die Stadt Iglau betreibt heute auch eine deutschsprachige Internet-Seite mit einer Geschichte der Stadt. Darin wird  die bis 1923 mehrheitlich deutscher Bevölkerung nicht erwähnt.
https://www.jihlava.cz/de/vismo/dokumenty2.asp?id_org=100404&id=1001

 

Familiäre Verbindungen in die Nachbarschaft
Viele Bewohner dieser Sprachinsel und auch der tschechischsprachigen Umgebung findet man auch in Iglau, als Ehepartner, Taufpaten, Trauzeugen usw.

Da Bürger oftmals in benachbarte Städte und Märkte einheirateten, bestand auch ein reger Bevölkerungsaustausch mit benachbarten Städten und Märkten wie z.B. Polna (Polm, tsch. Polná), Pirnitz (tsch. Brtnice), Teltsch (tsch. Telč), Saar (tsch. Žďár nad Sázavou, lat. Sar), Pilgram (Pilgrams, tsch. Pelhřimov), Neuhaus (tsch. Jindřichův Hradec, lat. Nova domus), Datschitz (tsch. Dačice), Zlabings (tsch. Slavonice), Mährisch Budwitz/Budweis (tsch. Moravské Budějovice, lat. Budwicz, Pudwicz, Pudewis), Deutschbrod (Havlíčkův Brod, bis 1945 Německý Brod, lat. Broda Germanica), Neustadtl (tsch. Nové Město na Moravě, lat. Nova Civitas), Policka (tsch. Polička), Trebitsch (tsch. Třebíč), Znaim (tsch. Znojmo, lat. Znoyma, Znoimium), Groß Meseritsch (Groß Meseritz, tsch. Velké Meziříčí), Mährisch Kromau/Krumau (tsch. Moravský Krumlov) usw.
Das gilt natürlich auch für die weiter entfernten Städte Brünn (tsch. Brno, jidd. und frz. Brin, ung. Berén, ital. Bruna, poln. Berno, lat. Bruna, Brunnia, Brunna), Olmütz (tsch. Olomouc, hanak. Olomóc, Holomóc, poln. Ołomuniec, ung. Alamóc, lat. Olomucium, Eburum, Iuliomontium), Prag (tsch. Praha, jidd. ‎‎פּראָג, Prog, lat., ital. und poln. Praga, ung. Prága, frz. und engl. Prague), Kuttenberg (tsch. Kutná Hora, früher Hory Kutné), Kolin (Kolin/Köln an der Elbe, Neu-Kolin, Köllein, Cölln, Collin, tsch. Kolín), Böhmisch Budweis (tsch. České Budějovice, lat. Budovicium, Budovisium, Budvicium, poln. Czeskie Budziejowice), Wien (Wean, tsch. Vídeň, ung. Bécs, slowak. Viedeň, slowen. Dunaj, kroat. Beč, ital., lat. und engl. Vienna, lat. Vindobona, poln. Wiedeń, wall. Wîne, niedl. Wenen, frz. Vienne, friulan. Viene, lad., rum., kasti. und port. Viena, türk. Viyana, russ. Ве́на) usw.

 

Iglauer Amme Helmut Krauhs       Iglauer Amme, Figur von Helmut Krauhs

 

Die Iglauer Ammen
Iglau war in der gesamten Donaumonarchie bekannt. Ein Grund dafür waren seine Ammen. Das waren Bäuerinnen und Bauerntöchter aus dem Umland, die in wohlhabenden Familien der gesamten Monarchie als Lohnammen arbeiteten und hoch angesehen waren.

 


Iglau von der Suedseite Lithographie 1850 Josef Friedrich Zwettler
                                       
Iglau von der Südseite, Lithographie um 1850 von Josef Friedrich Zwettler, man sieht die drei Kirchen, von links: Maria Himmelfahrt, St. Ignaz (davor das Rathaus), Stadtpfarrkirche St. Jakob

 

Die Pfarren und ihre Matriken
Es gab 3 römisch-katholische Pfarren:
St. Jacob (tsch. sv. Jakuba Většího): 73 Bände ab 1599, mit Indices von 1700/1784/1784 bis 1871/1905/1899 - bis 1785 gehörten auch 18 Dörfer aus der Umgebung zur Pfarre
Maria Himmelfahrt (tsch. Nanebevzetí Panny Marie): 23 Bände ab 1785, ohne Indices
St. Ignaz (tsch. sv. Ignáce z Loyoly): 3 Bände 1785-1795, mit Indices

weiters:
Deutsch Evangelisch: 3 Bände ab 1897, ohne Indices
Tschechisch Evangelisch: 3 Bände 1929-1949, mit Indices
Zivilmatriken Stadt Iglau: 12 Bände 1870-1937, teilweise Indices
Zivilmatriken Bezirk Iglau: 7 Bände ab 1870, teilweise Indices
Deutsches Standesamt: 15 Bände 1939-1945, teilweise Indices

In den Indices sind immer nur die jeweiligen Hauptpersonen (Täuflinge, Brautpaare/Bräutigame, Verstorbene) erwähnt.
In den Matriken selbst sind dagegen viele weitere Informationen enthalten, u.a. Elternnamen, Namen von Ehegatten, Taufpaten, Trauzeugen, Orte, Berufe, Altersangaben, Todesursachen usw. Das alles wollen wir erschließen und besser zugänglich machen.

Die Matriken (Kirchenbücher) von Iglau sind ein Schatz, ein Schatz, den wir besser zugänglich machen wollen.

 

Iglau Frauentor   Das Frauentor aus dem 13. Jahrhundert, das letzte der ursprünglich fünf Stadttore

Daneben gab es noch das Spitaltor, das Pirnitzer Tor, das Brünner Tor und das Kreuztor.

 

Projekt-Mitarbeiter
Derzeit arbeiten folgende Forscher an diesem Projekt: Dr. Christine Bruns, Susanna Göbharter-Herar, Maria Hollig, Gabriele Stark, Vera Zavadil, Dipl.-Inf. Steffen Häuser, Dr. Norbert Schneider, Franz Pögl und Günter Ofner.

Weitere Mitarbeiter sind herzlich willkommen.
Voraussetzung sind gute Kurrent-Kenntnisse und mit Excel-Listen arbeiten zu können.
Schreiben Sie bitte an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sie finden die Erfassungen in unseren Matriken-Datenbanken:

Hochzeiten:
https://www.familia-austria.at/index.php/datensammlungen/hochzeiten

Geburten:
https://www.familia-austria.at/index.php/datensammlungen/geburten

Sterbefälle:
https://www.familia-austria.at/index.php/datensammlungen/sterbefaelle

 

Erfassungsstand
28. Dezember 2023: mehr als 20.000 Datensätze und 4 Bände komplett erfaßt

21. September 2024: 62.231 Datensätze und 20 Bücher komplett erfaßt

24. Februar 2025:      85.022 Datensätze und 34 Bücher komplett erfaßt

8. August 2025:       105.938 Datensätze und 42 Bücher komplett erfaßt

20. November 2025: 118.073 Datensätze und 44 Bücher komplett erfaßt

 

GESUCHTE NAMEN

Die aktiven Mitarbeiter am Projekt Iglau forschen u.a. nach folgenden Familiennamen.
Wenn Sie auf diese Namen (in allen Schreibweisen) stoßen verständigen Sie die jeweilige Person bitte direkt.

- BRABENZ (auch Bravenz) bitte an Dr. Norbert SCHNEIDER Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

- DUSCH, TUSCH(A), D (T)USCHIN, bitte an Hedwig VEIGEL Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

- HANSALIK bitte an Dr. Christine BRUNS Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

- HELL (Heil) bitte an Susanna GÖBHARTER-HERAR Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

- HÖFFER, HÖFER bitte an Hedwig VEIGEL Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

- KOPRIVA (tschechisch für Nessel) bitte an Gabriele STARK Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

- LOSWALDT (auch Loswoll) bitte an Dr. Christine BRUNS Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

- MALIK bitte an Dr. Christine BRUNS Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

- NESSEL  bitte an Gabriele STARK Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

- PAUKER bitte an Dr. Norbert SCHNEIDER Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

- PISTAUER bitte an Dr. Norbert SCHNEIDER Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

- RIESENFELDER von RIESENFELD bitte an Susanna GÖBHARTER-HERAR Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

- RIPPER bitte an Dr. Norbert SCHNEIDER Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

- TUSCH(A), DUSCH, D (T)USCHIN bitte an Hedwig VEIGEL Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

- WASSIPAUL (auch Wassibaul, Wossipaul, Wossibaul) bitte an Dr. Christine BRUNS Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

- WEBER bitte an Susanna GÖBHARTER-HERAR Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mitteilen

 

Quellen (auszugsweise):

Iglau der Universität Oldenburg
https://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/orte/iglau-jihlava

Die Iglauer Neubürger 1360 - 1649 nach Beruf, Herkunft und Volkszugehörigkeit (mit 2 Karten ) von A . und H. Altrichter.
In “Zeitschrift für sudetendeutsche Geschichte”, 2. Jahrgang 1938
https://dlibra.bibliotekaelblaska.pl/Content/56753/010300-1938.pdf

Chronik der königlichen Stadt Iglau (1402-1607)
von Martin Leupold von Löwenthal, Martin Leupold von Löwenthal, Christian d' Elvert, Brünn 1861
https://www.google.at/books/edition/Chronik_der_k%C3%B6niglichen_Stadt_Iglau_140/28wJAAAAIAAJ?hl=de&gbpv=0

Die Markgrafschaft Mähren: Bd. Iglauer Kreis und mährische Enklavuren von Gregor Wolny, Brünn 1842
https://books.googleusercontent.com/books/content?req=AKW5QacEzo3eN1GGCZKHajDmfHPo5H5ne0qah-l5OnjlL0RQ41MV4Hut6JE-ByUMJKYJi0Yu9b3DWLLSPbk-c41D_X4Wdvs7nRy3uRQn6qxeaeH7GuXieko-32uGC3_-u8JldjNMKrHW7bl7SGunO1kXBjWNfaRjpsKufzSEFbVKQemgSYhvoOtV07Tf0_9vkRRdIOPf2JHccoXuB6W6ej9zEwq7dUxiIGtkiE9fDUv8SJVYM-C42soeo77oerOYwySl4pwt00ksTGXnRODWnWbXCNE8l709QHvnykgkCtzr4PUnLL_f8so

Iglauer Heimatbuch von Johann Achatzi, 1962

Dörferbuch der Iglauer Sprachinsel. Herausgeber von Altrichter, Anton, 1976

Urkundliche Geschichte der Iglauer Tuchmacher-Zunft von Karl Werner, Leipzig 1861
https://books.googleusercontent.com/books/content?req=AKW5QadibAhGKMk5ttG9nYVO9U4t5h2rivi_S-aSjdr74umAfA89VqKC3VWoEo3WA9qzoECHSsXZCVWqPFeQ3NRGp1u38KG4eDF67a98YrI8HG9Kme-4G-_r2CREN9tbAd_Qb86Eo5dWoSE25fT59rhS5Nz7Og5ttiWbVpbyzWnqbReErBcIV04C5WKzOwQOjorVwUaU4d0b-QtOSdfOj29BzWh3UXPYz7nkqoYAyZj8GEa2bugMw6aYLW9dzZslXE-vDZC-60Vk9SfIefLMp76sJ-2mjWJC7qrC7RA5ulijDV34o5p7o4Q

Der Oberhof Iglau in Mähren und seine Schöffensprüche aus dem 13. Bis 16. Jahrhundert von Johann Adolph Tomaschek, Innsbruck 1868
https://books.googleusercontent.com/books/content?req=AKW5Qady4Ryk3Ep4TjP1dVw9cwAmIxDABgKl_tD5BG1w75yS3mZyIXMpbTRWBU_Bg1kgscBS6tauz0yC5j6EZwlfgHd-1V2cMSipA876g03YxUXxGZLAQOAuzTCNXarV_QuhVfCwbdH_dliKQNMHDb_gkP8sgJNoyJXfi_pR9oTfIjk5lvoUqUK2JBTA5EOZnQYTGM6pLWtVQNxQ6Yddtgmuu0fObHMR3WkoZY6GDLXbmrlvLIhCYwVcvAd3zshlPL82IHuGCf2bcEItyzpSq_rBRkNR98Ch3ldBZXb3nivzDwCS0KuneRc

 
Chronik der Stadt Iglau (1563-1685). Hg. von Franz Wurzinger von Abraham Letscher, Iglau 1912
 
Sonntags-Blatt für Gewerbe, Industrie, Handel und geselliges Leben, 1858 (als Beispiel)
https://books.googleusercontent.com/books/content?req=AKW5QaenL2-nprqZlh_bRCLiPt0VYwefplFpkRwYJJtskUMFxHvgTjyT6HDowUFFuW7wb49FzyxOErK9nMy-HtPR1Q0vrK3V2qLDZVJxztT2zZLGN8kcyeQb55o2jfANFXDogeEs7IDMA2EMwnMFVYVlLNx6GhDoIMKHz_-ir4NvqSzDcx3h8yytgqSY4JTHtAscZEV8d-dzoVlHdMB5LvTwy71zMtXXwYYbtjsHBCQTJK-lYodKfArwl0GRjC-B3mAwC1LlCXHLoNrxWUUZ7Jr_R0SGia-W1Re45OIs-lFMuACHbBQ29rE

 
Mährischer Grenzbote 1892 (als Beispiel)
https://books.googleusercontent.com/books/content?req=AKW5Qae3VeLM_mch3GNPwn2nZd0S7_GL86NiOQig8QO93ok9BVZYYqhgUoMlhTRociO9lSWFBczqXFk860pVZO-Aqj7s1cGozWQAgbsKsNWuw-f43Z02W6LCxkzC1XqDUPPlBZlrHfbS4SAuI2fc5AnM6iHBKBs7i93mTD6GfpykqPPdgeumh96d_9UWTafS5qcvhYwAwfLc8fHeJbtZyvSecF0kpvzouRCbA5GJ3bLUNKc9-EZQ2NPS_4EyHMp0h0iVIE77dilf
 
Häuser-Verzeichnis der königl. Kreis- und Bergstadt Iglau. 7. Aufl, 1864 (als Beispiel)
https://www.google.at/books/edition/H%C3%A4user_Verzeichnis_der_k%C3%B6nigl_Kreis_un/xjZCyURred0C?hl=de&gbpv=0
 
Programm des K.K. Staats-Obergymnasiums zu Iglau 1879-1880 (als Beispiel)
https://books.googleusercontent.com/books/content?req=AKW5QafARVI3M-v3VtDqOO28UcZPMfv9B9aBICCxJjHVi980cZDn9DGd-ug7rq3vuxBUylOS-oO6GObPuDhb5dc2fz-eH4VUq693UcPUoC7DrUG3IgLtH7swyP5NIS_i4n1VNbRKNds8nj6UYNSZQ7gfxBSQ5JsExQ2xuaBGIRCxTiuPt6rPXXe11n77ayZ1XkWbZCuZO7HdZCshM7MlXQ7UlO_BbhK2nN5KAMxfCgMxJn7onA7jtccuytIbRKv9y_69BATAbdoHKdtpaatCFGP51aaugaKBRmA9mSXBEL5FkyPf_9jfhug
Deutsche in Iglau
https://www.jihlava.cz/de/tic/assets/File.ashx?id_org=100406&id_dokumenty=1049
 
Lehrpfad "Die Iglauer Festung"
https://www.jihlava.cz/de/tic/vismo/dokumenty2.asp?id_org=100406&id=1165

Iglauer Wehrwesen im Mittelalter von Dr. Emanuel Schwab, Iglau 1941
https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/z/zsn2b027551.pdf

 

Mit freundlichen Grüßen
Elisabeth Brunner, Dr. Peter Haas, Günter Ofner, Angelika Schmalbach, Gabriele Stark, Dr. Alexander Weber und Claudia Weck
(der Vereinsvorstand)